Gestern Abend hatte ich das große Vergnügen, bei Lili Sommerfelds „Science of Soul“ als Sängerin zu Gast zu sein. Lili Sommerfeld wurde 1987 in Berlin geboren und ist Songwriterin, Sängerin und Pianistin. Während der Proben bei ihr, fiel mir ein Notenblatt in die Hände. Eine kleine Melodie, aufgeschrieben in krackeliger Bleistiftschrift. Darunter hatte Lilis Mutter notiert: „Lilis erste Komposition, drei Tage vor ihrem vierten Geburtstag“. Kurzum: Lili Sommerfeld ist und lebt Musik.

Die Tochter einer Sängerin und Schauspielerin und eines Pianisten und Komponisten erhielt bereits mit vier Jahren Klavierunterricht, später kamen noch Violine und Cello dazu und im Alter von 16 Jahren schließlich auch der Gesang. Bereits mit 13 komponierte Lili regelmäßig und erhielt so noch vor ihrem Abitur ein Stipendium am Berklee College of Music in Boston, USA. 2007 ging Lili, die bislang in München und Rom aufgewachsen war, dann für ihr Studium in die USA und fand am Berklee College ihr musikalisches zu Hause: Soul, R'n'B und Avantgarde. Sie besuchte dort Workshops von Bobby McFerrin und Rhiannon und hat sich von Bobby McFerrin vor allem eins zu eigen gemacht: Jedes ihrer Konzerte beginnt sie mit einer Improvisation. Im Frühjahr 2009 kehrte Lili nach Berlin zurück und hat dort ihre Heimat gefunden. In dieser Zeit entstand auch das Konzept der Sick-Songs, für die sich Lili Regeln auferlegt hat. Grundvoraussetzung Nummer eins: Lili schreibt die Songs wenn sie krank ist. Außerdem entstehen diese Songs a capella an der Loop-Station. Stacy die Station, wie Lili sie liebevoll nennt, macht ihre Auftritte zu etwas ganz besonderem. So steht sie alleine mit Klavier, der Loop und ihrer Stimme auf der Bühne und schafft es, ein interessantes, musikalisch anspruchsvolles und abwechslungsreiches Abendprogramm darzubringen.

Seit einem Jahr tritt Lili regelmäßig im Café Bilderbuch in Berlin auf und gilt dort als feste Institution. Der Raum war gestern bis auf den letzten Platz belegt, Tischreservierungen waren schon vor ein paar Tagen nicht mehr möglich. Manchmal lädt sie sich zu „Science of Soul“ Gäste ein und gestern hatte ich die große Ehre, an ihrer Seite zu stehen. Den ersten Teil des Programms hat sie mit ihren eigenen Songs solo bestritten. Vor allem ihr „Medicine Song“, das Cover von „Creep“ und ihr Song „Opposites attract“, den sie eigens für das internationale Kurzfilmfestival „Futureshorts“ geschrieben hat, sorgten bei den Zuhören für Begeisterung. Im zweiten Teil haben wir dann zusammen gesungen und es war ein Fest! Bei unserem ersten, gemeinsamen Song „When you believe“ hat uns Lilis Chor „Klangwerk 306“ stimmlich unterstützt und ganz nebenbei so auch seinen ersten, öffentlichen Auftritt absolviert. Ich danke Euch auf diesem Wege nochmal für Eure Unterstützung und für diesen großartigen Moment der sowohl das Publikum, als auch mich, sehr gerührt hat.

Den meisten Spaß hatte ich bei der Interpretation von Lilis eigenen Songs. „Learn to be alone“, „Ordinary friend“ und ihre ganz eigene Variante von „Summertime“ an der Loop-Station haben gerockt! Für mich bestand die Herausforderung darin, Lilis Songs in ihrem Sinne zu singen, denn wann steht man schon mal mit der Songwriterin persönlich auf der Bühne!? Und selbstverständlich war es auch meine Loop-Premiere. Keine einfache Sache, die Beats und Melodien im Kopf zu haben und aus dem nichts heraus einen avantgardistischen Chor live auf der Bühne entstehen zu lassen. Respekt Lili! Die Reaktionen des Publikums lassen mich vermuten, dass unser Auftritt gestern gut gelungen war. Ich hoffe, noch viele so schöne Auftritte zusammen mit Lili machen zu dürfen und sage Danke, an alle die gestern da waren!

Mehr über Lili Sommerfeld, ihre nächsten Konzerte und Projekte könnt ihr auf ihrer Homepage: www.lilisommerfeld.com erfahren. Anschauen, anhören – ich wage mal die Prognose, dass ihr noch viel von Lili hören werdet...

Lili Sommerfeld

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