Gestern abend noch sind wir am Compound Warehouse vorbeigefahren, in dessen unmittelbarer Nähe einer unserer engsten Freunde hier in Kabul lebt und eine der Hauptlocations des afghanischen Teils dieses Filmes ist.
Heute morgen gab es genau dort eine erneute Attacke der Taliban, die ihre "Versprechungen" in die Tat umsetzen machen wollen: die Zivilbevölkerung soll möglichst abgeschreckt werden, am Donnerstag dem 20. zur Wahl zu gehen. Und die Bomben sind nur ein Teil der Strategie, denn die Talibs haben gedroht, jedem, den sie mit tintenbefleckten Fingern oder Daumen erwischen (so wählt man hier, die Finger werden auf ein Stempelkissen gelegt und dann setzt man seinen "Abdruck" unter den gewünschten Kandidaten), die Finger oder sogar die ganze Hand abzuhacken.
Wir drehen weiter. Schliesslich haben wir das bisher immer getan. Seit 5 Wochen unterwegs in Syrien, Irak, Jordanien und jetzt Afghanistan, stehen uns noch weitere 3 Wochen in Palästina, Israel und wieder Syrien bevor. Angst darf man dabei keine haben, man muss sie Uunterdrücken oder kanalisieren. Sonst dreht man gar nicht mehr.
Denke an Deutschland und all die Dinge, die die Menschen dort für selbstverständlich halten. Von der unglaublichen Freiheit, dem Vorhandensein von Essen und Trinkwasser, den geteerten Strassen (in der 4-Millionenstadt Kabul sind es nur 30%, der Rest sind Schlaglochpisten wie in Zentralafrika oder Russland in den 80ern). Frauen, die nicht in Vollburka herumlaufen müssen. Unglaublich, zumindest von hier aus betrachtet.





