Anfangs war ich ja schon ein wenig erschrocken. Da flattert ein Paket von meinen Eltern ins Haus, unter anderem mit dem Roman „Jesus liebt mich“ von David Safier. Mein Schreck legte sich aber schnell, als ich das Post-it meiner Mutter las: „Keine Angst, lass Dich vom Titel nicht irritieren“.

David Safier ist ein bekannter Drehbuchautor. Aus seiner Feder stammen einige meiner Lieblingsserien wie zum Beispiel „Berlin,Berlin“, „Nikola“, „Die Camper“ und „Mein Leben und ich“. Für mich als Comedy-Nudel war er mir also kein Unbekannter und somit auch mein Interesse an seinem Roman geweckt. Und ich muss sagen: Er ist herrlich! Die 300 Seiten habe ich quasi eingeatmet und musste mich zwingen, mittags eine Pause einzulegen, damit noch ein Rest für abends bleibt.

Der Roman handelt von einem M.o.n.s.t.e.r. (Mittdreißigerin ohne nennenswertes Selbstbewusstsein, Trauschein, Energie und Reife). Die Rede ist von Marie, die sich versehentlich in Jesus verliebt. Ja, in den Echten. Einen Zimmermann den sie kennen lernt, nachdem sie ihren Verlobten vor dem Traualtar hat stehen lassen. Anfangs ist Marie natürlich fest davon überzeugt, einen Verrückten kennen gelernt zu haben. Spätestens aber, als der Verrückte über das Wasser geht, ist sie vom Gegenteil überzeugt. Es entwickelt sich eine sehr lustige, abenteuerliche Geschichte die ans Herz geht. Die Charaktere, hauptsächlich Familienmitglieder von Marie, hat man sofort deutlich vor Augen. Einige Dialoge hätte ich am liebsten sofort gespielt und musste sie mehrfach lesen. Hier für Euch eines meiner Highlights:

(Maries Vater erzählt ihr, dass er eine neue Freundin hat.)

Sie heißt Swetlana“ strahlte Papa.

Swetlana“ wiederholte ich und versuchte sämtliche Vorurteile gegenüber slawisch klingenden Frauennamen zu verdrängen. „Klingt...nett...“

(….)

Du wirst Dich bestimmt gut mit Swetlana verstehen“ sagte Papa.

Ah ja?“

Ihr habt ein Alter.“

Was!?!“

Jedenfalls fast.“

Was heißt das? Ist sie vierzig?“, fragte ich.

Nein, sie ist fünfundzwanzig.“

Wie alt?“

Fünfundzwanzig.“

WIE ALT?“

Fünfundzwanzig.“

WIEEEEE ALT???“

Warum fragst Du das immer wieder?“

Weil sich mein Hirn bei der Vorstellung, dass mein Vater eine fünfundzwanzigjährige Freundin hatte, der Kernschmelze näherte.

Großartig! Ich hoffe, dass sie mit der Verfilmung des Romans noch etwa acht Jahre warten, dann bin ich Mitte Dreißig und kann mich für die Rolle der Marie bewerben. Wenn ihr Bücher von Jan Weiler, Gaby Hauptmann und Ildikò von Kürthy mögt, dann solltet ihr auch David Safier lesen. Ich für meinen Teil werde mir asap seinen ersten Roman „Mieses Karma“ kaufen. Sollten Euch Autoren einfallen, die in einem ähnlichem Stil wie die oben genannten schreiben, bin ich dankbar für jeden Tipp!

Eine Frage bleibt. Wie schafft es ein Mann, so gut aus der Sicht einer Frau zu schreiben? Tolle Leistung, tolle Gesichte, sehr humorig. Vielen Dank, lieber Herr Safier, für diese unterhaltsamen Stunden! Mehr davon!

Euch wünsche ich viel Spaß beim Lesen und noch einen schönen Sonntag!

Nadine

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