Drehbuchautor und Regisseur
KL: Die moderne Geschichte um Don Quichotte, Viktor und die Liebe hast du in die Moderne gesetzt. Was hat dich dazu inspiriert?
Patrick: Ich hatte mal eine Doku gesehen über Terry Gilliam (Monty Pyton). In dieser Doku ging es um einen Film den er über Don Quichotte machen wollte – und trotz eines Budgets von 40 (!) Mio. Euro scheiterte! Als ich das hörte, dachte ich mir: Das schaffe ich - und ich brauch dazu nur 10.000 Euro.
KL: Du hast lange Zeit beim Radio gearbeitet, dort auch 2 internationale Preise für ein Radiofeature bekommen und hast auch eine ganze Weile Drehbücher für Sketche u.ä. geschrieben. Wie führte dein Weg dich dazu nun plötzlich einen Kinofilm zu schreiben, das ist ja nochmal eine ganze Hausnummer größer, und gleichzeitig auch noch die Regie zu übernehmen?
Patrick: Angefangen hat es eigentlich damit, dass ich auf die Filmhochschule in München gegangen bin. Das war aber überhaupt nicht mein Ding. Also hab ich die Filmschule geschmissen und bin direkt zu Brainpool gegangen, hab dort ein bisschen was geschrieben. Auch das lag mir nicht besonders. Ich wollte nicht weiter Fernsehen machen, auch nicht zur Uni zurück. Also wurde ich Drehbuchlektor, habe aber ewig gebraucht, bis ich dann das Buch zu "Die Liebe und Viktor" geschrieben habe. Als das Buch dann aber erst mal da war, da war klar, dass ich für mein Buch auch die Regie mache.
KL: Du lebst in München. Wie kam es denn dazu, dass Du Berlin als Ort des Geschehens und auch als Drehort gewählt hast, und dazu noch ausgerechnet den Prenzlauer Berg?
Patrick: Stimmt schon, ich lebe in München, bin dort geboren und auch aufgewachsen. Doch Berlin als Drehort ist nicht zufällig, das hat sich aus meiner Liebe zur Stadt entwickelt. Es ist sicher die Liebe eines Menschen zu einer Stadt in der er nicht lebt, aber ich finde in Berlin alles einfacher, alles entspannter! Wir wollten zum Beispiel in einem Waschsalon eine Szene drehen. Da sind wir also einfach losmarschiert, in den Salon rein -- und man ließ uns! Dort herrschte richtig Betrieb, aber sowohl Betreiber, als auch Kunden hatten kein Problem damit, uns dort drehen zu lassen! Und so coole Komparsen, wie die Berliner Waschsalonkunden an diesem Tag kannst du unter den Profis im ganzen Leben nicht finden! Jedenfalls haben wir dann angefangen mit der Vorbereitung, sind durch alle Berliner Parks gelaufen und haben uns am Ende für den Humboldthain entschieden. Die Wohnung in der wir gedreht haben lag am Rand vom Prenzlauer Berg. Aber man kann eigentlich nicht davon reden, dass es ein Prenzlauer Berg-Film ist. Noch nicht mal, dass es ein Berlin-Flim ist. Aber so einen Film kann man nun einmal nur in Berlin drehen! Also ist es doch wieder ein Berlin-Film, wenn auch ohne Berlin-Klischees.
KL: Im Film spielt auch Treuenbrietzen, eine Kleinstadt südlich Berlins eine Rolle. Was hast du dorthin für eine Verbindung?
Patrick: Ich hab nach Treuenbrietzen gar keine Verbindung. Aber als klar war, dass Rolf Zacher die Rolle spielt, da wollte ich dass unser alter Don Quichotte kein Holländer mehr ist, wie er es ursprünglich im Drehbuch war. Rolf spricht den holländischen Akzent zwar, aber ich wollte keinen erlernten Akzent hören. Also habe ich kurzerhand das Drehbuch geändert - einer der wunderbaren Vorteile, wenn man den Film selber produziert und keinem Redakteur Rechenschaft schuldet - und habe unseren Don Quichotte zu einem Ossi aus dem ostdeutschen Nest Treuenbrietzen gemacht.
KL: Wie habt ihr überhaupt die Darsteller ausgewählt? Habt ihr gecastet?
Patrick: Nein, ein Casting gab es nicht. Ich hab die Leute einfach mal irgendwo gesehen, in einem Trailer, in einem Film oder am Theater und hab gleich gewusst, der isses oder der isses nicht. Ich wollte keinen großen Aufwand, auch spielerisch wollte ich das nicht, denn ich finde das Banale viel spannender als irgendwelche Extremsituationen. Eigentlich ähnlich wie Eric Rohmer: ganz banale Situationen in ganz banalen kleinen Städten mit ganz normalen, aber nicht banalen Personen, die für mich eine absolute Berechtigung haben erzählt zu werden. Unser Film ist ein inhaltlich runtergeköchelter, aber gleichzeitig verrückter ein Mainstream-Film. Es geht darum alltägliche Situationen komisch zu erzählen.
KL: Mit einem so kleinen Filmbudget kann man keine großen Sprünge machen...
Patrick: Das stimmt. Wir mussten an vielen Stellen sparen. Wollten das aber auch. Der finanzielle und damit auch zeitliche Zwang sorgte schon auch dafür, dass nicht täglich erstmal 4 Stunden lang ausgeleuchtet werden konnte - also haben wir uns die künstliche Beleuchtung kurzerhand gespart. Das hatte den Vorteil, dass die Szenerie nicht so aufgeheizt war, die Schauspieler nicht so sehr schwitzten -- also konnten wir uns die Maske auch gleich noch sparen. Aber wir hatten einen tollen Ton-Mann, der unheimlich viel und hart arbeiten musste, total schnell war und alles eingefangen hat - auch die ungeplanten Sachen, wir hatten 1 Kameramann, der auch alles alleine stemmen musste. Dann gab es am Set noch mich, unsere Produktionsleiterin, die auch das Catering machen musste, unseren Aufnahmeleiter und den Ausstatter, der gleichzeitig Requisiteur war. Am Ende hatten wir in 14 Drehtagen einen dreistündigen Film abgedreht, der gar nicht mal schlecht war. Im Schnittraum haben wir dann kurzerhand beschlossen, dass wir den auf 90 Minuten kürzen wollen - und haben das Drehbuch während der einjährigen Schnittzeit mal eben wieder umgeschrieben und den Film gekürzt.
KL: Du hast den Film gemeinsam mit Barend Bakker produziert. Woher kennt ihr euch?
Patrick: Barend und ich sind alte Schulfreunde, noch vom Gymnasium. Und er war wie ich interessiert daran, einen unabhängigen kleinen humorvollen Film zu machen. Außerdem kocht er gut.
KL: Wie hast du den großen, uns allen lange aus der Kindheit bekannten Rolf Zacher für deinen Film gewinnen können?
Patrick: Na so, wie man jeden Schauspieler gewinnt: Ich hab seine Agentin Katrin Flamme angerufen, die auch gleich sagte "Du, der Rolf der ist gar nicht so kompliziert, wie man immer hört!" Also habe ich ihn dann selbst angerufen. Er hauchte ein "Ja" ins Telefon und dann haben wir uns super nett unterhalten, er war ganz lebendig im Gespräch. Danach haben wir auch oft nachts telefoniert, er hat aus seinem Leben erzählt. Er ist ein sehr großzügiger Typ, er ist er selbst, kein Darsteller, kein technischer Typ. Er ist das, was man sich wünscht. Er baut Gefühlsbindungen zum Publikum auf. Eine Figur, die er spielt, kann nicht uninteressant sein. Und für mich hat er die größte Stimme überhaupt! Selbst wenn man sein großartiges Gesicht weglässt, wirkt er schon allein durch seine Stimme. Und eine Komödie ist nach meiner Auffassung zu 80% Ton, die Stimmen und der Sound des Tones machen es.
KL: Es gab doch sicher schon eine Teampremiere?
Patrick: Nein, am 11.12.2009 im Kino Babylon in Berlin-Mitte ist tatsächlich die Welturaufführung. Ich weiß noch nicht mal, wie Rolf den Film findet und ich bin wirklich sehr gespannt, ob er zur Premiere kommt...denn er muss an dem Abend extra nach einer Lesung aus Bremen anreisen.
KL: Wer von euch hat sich darum gekümmert, in welche Kinos der Film kommt und wie habt ihr die Kinos davon überzeugen können, dass euer Film es wert ist, gezeigt zu werden?
Patrick: Beim Babylon war es so, dass unsere Produktionsleiterin dort mal gearbeitet hat. Wegen ihrer Verbindungen durften wir dort Teile des Films drehen. Die waren dort total nett, haben uns einfach machen lassen. Als der Film dann fertig war, hab ich ihr gesagt, sie solle den Film doch mal dem Tobias Hackl, dem Programmchef des Babylon, zeigen. Der fand den Film witzig und charmant und sagte uns gleich zu, dass wir den Film dort aufführen dürfen. Für uns war das natürlich wichtig, denn es spielt eine große Rolle, dass man den Film in einem guten Kino in Berlin hat, schon allein um den Film gut promoten zu können. Vor allem wenn man alles ohne Budget und ohne Verleiher selber macht.
KL: Die Welturaufführung, die Premiere des Films ist am 11.12. Wie aufgeregt bist du?
Patrick: Ich hab gar keine Zeit aufgeregt zu sein! Ich hab so viel zu tun, ich versuch alles auf die Beine zu stellen, dass der Film erfolgreich wird und das ist so enorm viel Arbeit, da bleibt gar keine Luft für Aufregung -- oder viel Schlaf. Und jetzt ist es auch nicht mehr unser Film. Jetzt gehört er den Berlinern und wenn die ihn nicht mögen, dann ist das völlig ok. Nein, aufgeregt bin ich nicht.
KL: Du hast so viel zu sagen, so viele Gedanken und Ideen, teilst Du noch eine/n davon mit uns?
Patrick: Ich bin oft in Rumänien unterwegs, weil meine Eltern von dort kommen. Und dort ist die ganze Filmproduktion ganz anders aufgebaut. Dort wird viel günstiger produziert und jedes Jahr gewinnen die große Preise mit ihren spannenden und großartigen Filmen. Ich denke einfach immer, dass mit dem ganzen Geld, mit dem in Deutschland produziert wird, mit diesen ganzen aktiven großen Filmteams und den oft überragend guten Schauspielern der deutsche Film eigentlich jedes Jahr nahezu alle Preise kassieren müsste, jedes Jahr berechtigt den Auslands-Oscar gewinnen müsste. Ich frage mich nur, warum schaffen wir das nicht?
KL: Patrick, ich bin sehr gespannt auf die Premiere, werde auf jeden Fall dabei sein und drücke dir ganz fest die Daumen, dass das Kino aus allen Nähten platzt und auch an den Folgetagen und in den beiden anderen Kinohäusern "Das Filmcafe" und "Kammerspiele Treuenbrietzen" ein voller Erfolg wird! Vielen Dank für das großartige Gespräch {mos_fb_discuss:34}{!jomcomment}
KL: Die moderne Geschichte um Don Quichotte, Viktor und die Liebe hast du in die Moderne gesetzt. Was hat dich dazu inspiriert?
Patrick: Ich hatte mal eine Doku gesehen über Terry Gilliam (Monty Pyton). In dieser Doku ging es um einen Film den er über Don Quichotte machen wollte – und trotz eines Budgets von 40 (!) Mio. Euro scheiterte! Als ich das hörte, dachte ich mir: Das schaffe ich - und ich brauch dazu nur 10.000 Euro.
KL: Du hast lange Zeit beim Radio gearbeitet, dort auch 2 internationale Preise für ein Radiofeature bekommen und hast auch eine ganze Weile Drehbücher für Sketche u.ä. geschrieben. Wie führte dein Weg dich dazu nun plötzlich einen Kinofilm zu schreiben, das ist ja nochmal eine ganze Hausnummer größer, und gleichzeitig auch noch die Regie zu übernehmen?
Patrick: Angefangen hat es eigentlich damit, dass ich auf die Filmhochschule in München gegangen bin. Das war aber überhaupt nicht mein Ding. Also hab ich die Filmschule geschmissen und bin direkt zu Brainpool gegangen, hab dort ein bisschen was geschrieben. Auch das lag mir nicht besonders. Ich wollte nicht weiter Fernsehen machen, auch nicht zur Uni zurück. Also wurde ich Drehbuchlektor, habe aber ewig gebraucht, bis ich dann das Buch zu "Die Liebe und Viktor" geschrieben habe. Als das Buch dann aber erst mal da war, da war klar, dass ich für mein Buch auch die Regie mache.
KL: Du lebst in München. Wie kam es denn dazu, dass Du Berlin als Ort des Geschehens und auch als Drehort gewählt hast, und dazu noch ausgerechnet den Prenzlauer Berg?
Patrick: Stimmt schon, ich lebe in München, bin dort geboren und auch aufgewachsen. Doch Berlin als Drehort ist nicht zufällig, das hat sich aus meiner Liebe zur Stadt entwickelt. Es ist sicher die Liebe eines Menschen zu einer Stadt in der er nicht lebt, aber ich finde in Berlin alles einfacher, alles entspannter! Wir wollten zum Beispiel in einem Waschsalon eine Szene drehen. Da sind wir also einfach losmarschiert, in den Salon rein -- und man ließ uns! Dort herrschte richtig Betrieb, aber sowohl Betreiber, als auch Kunden hatten kein Problem damit, uns dort drehen zu lassen! Und so coole Komparsen, wie die Berliner Waschsalonkunden an diesem Tag kannst du unter den Profis im ganzen Leben nicht finden! Jedenfalls haben wir dann angefangen mit der Vorbereitung, sind durch alle Berliner Parks gelaufen und haben uns am Ende für den Humboldthain entschieden. Die Wohnung in der wir gedreht haben lag am Rand vom Prenzlauer Berg. Aber man kann eigentlich nicht davon reden, dass es ein Prenzlauer Berg-Film ist. Noch nicht mal, dass es ein Berlin-Flim ist. Aber so einen Film kann man nun einmal nur in Berlin drehen! Also ist es doch wieder ein Berlin-Film, wenn auch ohne Berlin-Klischees.
KL: Im Film spielt auch Treuenbrietzen, eine Kleinstadt südlich Berlins eine Rolle. Was hast du dorthin für eine Verbindung?
Patrick: Ich hab nach Treuenbrietzen gar keine Verbindung. Aber als klar war, dass Rolf Zacher die Rolle spielt, da wollte ich dass unser alter Don Quichotte kein Holländer mehr ist, wie er es ursprünglich im Drehbuch war. Rolf spricht den holländischen Akzent zwar, aber ich wollte keinen erlernten Akzent hören. Also habe ich kurzerhand das Drehbuch geändert - einer der wunderbaren Vorteile, wenn man den Film selber produziert und keinem Redakteur Rechenschaft schuldet - und habe unseren Don Quichotte zu einem Ossi aus dem ostdeutschen Nest Treuenbrietzen gemacht.
KL: Wie habt ihr überhaupt die Darsteller ausgewählt? Habt ihr gecastet?
Patrick: Nein, ein Casting gab es nicht. Ich hab die Leute einfach mal irgendwo gesehen, in einem Trailer, in einem Film oder am Theater und hab gleich gewusst, der isses oder der isses nicht. Ich wollte keinen großen Aufwand, auch spielerisch wollte ich das nicht, denn ich finde das Banale viel spannender als irgendwelche Extremsituationen. Eigentlich ähnlich wie Eric Rohmer: ganz banale Situationen in ganz banalen kleinen Städten mit ganz normalen, aber nicht banalen Personen, die für mich eine absolute Berechtigung haben erzählt zu werden. Unser Film ist ein inhaltlich runtergeköchelter, aber gleichzeitig verrückter ein Mainstream-Film. Es geht darum alltägliche Situationen komisch zu erzählen.
KL: Mit einem so kleinen Filmbudget kann man keine großen Sprünge machen...
Patrick: Das stimmt. Wir mussten an vielen Stellen sparen. Wollten das aber auch. Der finanzielle und damit auch zeitliche Zwang sorgte schon auch dafür, dass nicht täglich erstmal 4 Stunden lang ausgeleuchtet werden konnte - also haben wir uns die künstliche Beleuchtung kurzerhand gespart. Das hatte den Vorteil, dass die Szenerie nicht so aufgeheizt war, die Schauspieler nicht so sehr schwitzten -- also konnten wir uns die Maske auch gleich noch sparen. Aber wir hatten einen tollen Ton-Mann, der unheimlich viel und hart arbeiten musste, total schnell war und alles eingefangen hat - auch die ungeplanten Sachen, wir hatten 1 Kameramann, der auch alles alleine stemmen musste. Dann gab es am Set noch mich, unsere Produktionsleiterin, die auch das Catering machen musste, unseren Aufnahmeleiter und den Ausstatter, der gleichzeitig Requisiteur war. Am Ende hatten wir in 14 Drehtagen einen dreistündigen Film abgedreht, der gar nicht mal schlecht war. Im Schnittraum haben wir dann kurzerhand beschlossen, dass wir den auf 90 Minuten kürzen wollen - und haben das Drehbuch während der einjährigen Schnittzeit mal eben wieder umgeschrieben und den Film gekürzt.
KL: Du hast den Film gemeinsam mit Barend Bakker produziert. Woher kennt ihr euch?
Patrick: Barend und ich sind alte Schulfreunde, noch vom Gymnasium. Und er war wie ich interessiert daran, einen unabhängigen kleinen humorvollen Film zu machen. Außerdem kocht er gut.
KL: Wie hast du den großen, uns allen lange aus der Kindheit bekannten Rolf Zacher für deinen Film gewinnen können?
Patrick: Na so, wie man jeden Schauspieler gewinnt: Ich hab seine Agentin Katrin Flamme angerufen, die auch gleich sagte "Du, der Rolf der ist gar nicht so kompliziert, wie man immer hört!" Also habe ich ihn dann selbst angerufen. Er hauchte ein "Ja" ins Telefon und dann haben wir uns super nett unterhalten, er war ganz lebendig im Gespräch. Danach haben wir auch oft nachts telefoniert, er hat aus seinem Leben erzählt. Er ist ein sehr großzügiger Typ, er ist er selbst, kein Darsteller, kein technischer Typ. Er ist das, was man sich wünscht. Er baut Gefühlsbindungen zum Publikum auf. Eine Figur, die er spielt, kann nicht uninteressant sein. Und für mich hat er die größte Stimme überhaupt! Selbst wenn man sein großartiges Gesicht weglässt, wirkt er schon allein durch seine Stimme. Und eine Komödie ist nach meiner Auffassung zu 80% Ton, die Stimmen und der Sound des Tones machen es.
KL: Es gab doch sicher schon eine Teampremiere?
Patrick: Nein, am 11.12.2009 im Kino Babylon in Berlin-Mitte ist tatsächlich die Welturaufführung. Ich weiß noch nicht mal, wie Rolf den Film findet und ich bin wirklich sehr gespannt, ob er zur Premiere kommt...denn er muss an dem Abend extra nach einer Lesung aus Bremen anreisen.
KL: Wer von euch hat sich darum gekümmert, in welche Kinos der Film kommt und wie habt ihr die Kinos davon überzeugen können, dass euer Film es wert ist, gezeigt zu werden?
Patrick: Beim Babylon war es so, dass unsere Produktionsleiterin dort mal gearbeitet hat. Wegen ihrer Verbindungen durften wir dort Teile des Films drehen. Die waren dort total nett, haben uns einfach machen lassen. Als der Film dann fertig war, hab ich ihr gesagt, sie solle den Film doch mal dem Tobias Hackl, dem Programmchef des Babylon, zeigen. Der fand den Film witzig und charmant und sagte uns gleich zu, dass wir den Film dort aufführen dürfen. Für uns war das natürlich wichtig, denn es spielt eine große Rolle, dass man den Film in einem guten Kino in Berlin hat, schon allein um den Film gut promoten zu können. Vor allem wenn man alles ohne Budget und ohne Verleiher selber macht.
KL: Die Welturaufführung, die Premiere des Films ist am 11.12. Wie aufgeregt bist du?
Patrick: Ich hab gar keine Zeit aufgeregt zu sein! Ich hab so viel zu tun, ich versuch alles auf die Beine zu stellen, dass der Film erfolgreich wird und das ist so enorm viel Arbeit, da bleibt gar keine Luft für Aufregung -- oder viel Schlaf. Und jetzt ist es auch nicht mehr unser Film. Jetzt gehört er den Berlinern und wenn die ihn nicht mögen, dann ist das völlig ok. Nein, aufgeregt bin ich nicht.
KL: Du hast so viel zu sagen, so viele Gedanken und Ideen, teilst Du noch eine/n davon mit uns?
Patrick: Ich bin oft in Rumänien unterwegs, weil meine Eltern von dort kommen. Und dort ist die ganze Filmproduktion ganz anders aufgebaut. Dort wird viel günstiger produziert und jedes Jahr gewinnen die große Preise mit ihren spannenden und großartigen Filmen. Ich denke einfach immer, dass mit dem ganzen Geld, mit dem in Deutschland produziert wird, mit diesen ganzen aktiven großen Filmteams und den oft überragend guten Schauspielern der deutsche Film eigentlich jedes Jahr nahezu alle Preise kassieren müsste, jedes Jahr berechtigt den Auslands-Oscar gewinnen müsste. Ich frage mich nur, warum schaffen wir das nicht?
KL: Patrick, ich bin sehr gespannt auf die Premiere, werde auf jeden Fall dabei sein und drücke dir ganz fest die Daumen, dass das Kino aus allen Nähten platzt und auch an den Folgetagen und in den beiden anderen Kinohäusern "Das Filmcafe" und "Kammerspiele Treuenbrietzen" ein voller Erfolg wird! Vielen Dank für das großartige Gespräch {mos_fb_discuss:34}{!jomcomment}





