
Bereits im Dezember traf ich den Regisseur *Ed Ehrenberg*, der u.a. regieführend bei /"Die rote Meile"/ oder Serien wie /"Küstenwache"/ oder /"Die Rosenheim-Cops"/ oder auch bei /"Alarm für Cobra 11"/ war. Ed ist
ein wunderbar herzerfrischender Mann mit einer guten Portion Humor und Realitätssinn und einer gesunden Risikobereitschaft.
KL: Ed, Du hast bisher fast nur für Serien, z.B. "Küstenwache" oder "Die rote Meile" als Regisseur ge-arbeitet. Ist das eine Leidenschaft von Dir?
Ed: (lacht) Nein, das hat sich eher so ergeben. Ich hab viel mit dem ZDF gearbeitet und war in meiner Arbeit dort immer erfolgreich, da gab es keine Notwendigkeit zu wechseln. Aber ich würde schon gern auch mal
einen Kinofilm drehen, zum Beispiel in Hollywood (schon lacht er wieder).
KL: Was für ein Thema würde dich da am Meisten reizen?
Ed: Ganz klar ein historischer Stoff. Um den Traum zu verwirklichen
arbeite ich auch seit einigen Jahren an einem eigenen Drehbuch.
KL: Meinst Du eigentlich, dass ein Schauspieler, der in einer DailySoap oder Telenovela mitspielt automatisch "verbrannt" ist und keine Chance mehr auf Kino- oder Spielfilm-Formate hat?
Ed: Absolut nicht, nein! Guck doch mal wie viele der Schauspieler aus solchen Formaten dann auch andere große Rollen bekommen haben, da ist doch Yvonne Catterfeld ein Paradebeispiel dafür! Aber ganz ehrlich
können sich natürlich Schauspieler, die einfach mal nicht gut sind und
dieser Knochenarbeit für tägliche Sendungen nicht gewachsen sind, damit ganz schnell ins Aus schießen. Selbst ein gestandener und gut ausgebildeter und vielleicht schon sehr erfahrener Schauspieler tut sich
gerade am Anfang bei dieser Art von Dreh sehr schwer. Andersherum kann man sich dabei natürlich auch entwickeln und wenn man schnell seine Form
gefunden und auch langfristig eine super Leistung gezeigt hat, dann ist der Beweis damit für alle ersichtlich erbracht und es öffnen sich neue
Türen.
KL: Was hältst Du von dem Trend weg von den Life-Castings, hin zu den Online-Castings und der Entscheidung "nach Aktenlage"?
Ed: Der Trend ist total logisch: Life-Castings sind enorm aufwendig und enorm teuer. Und oft nicht viel aussagekräftiger als die andere Casting-Form. Und oft findet man beim Life-Casting dann doch nicht, was
man sucht und am Ende ist es der Tipp des Kollegen der den richtigen Schauspieler in die Rolle bringt.
KL: Wie groß ist die Entscheidungskraft des Regisseurs bei der Besetzung?
Ed: Das ist bei jeder Produktion anders. Meist entscheidet ein Dreigestirn aus Regie, Producer und Redakteur. Je nachdem, wer sich da im Streitfall durchsetzt, kann und wird besetzt.
KL: Worauf achtest du besonders, wenn Du Dich für einen Schauspieler entscheidest?
Ed: Bei den Unterlagen ganz klar das Demoband. Spezielle Fähigkeiten sind immer wichtig, wie veränderbar ist ein Typ, wie kooperationsfähig.
KL: Aktuelle Fotos und die Vitae sind dabei doch sicher auch wichtig?
Ed: Nee, mir nicht. Das Band zählt. Für die Fotos oder das Lesen der Vita fehlt mir die Zeit, das ist für die Entscheidung echt nicht wichtig.
KL: Ed, es hat ich wirklich sehr gefreut, ich danke Dir für deine Zeit!