Diese Schwangerschaft hatte in etwa die Dauer einer Giraffen-Schwangerschaft. Von der fixen Idee des Kinderwunschs, bis zur Geburt dauerte es 15 Monate. Und ja, ich bin eine Rabenmutter. Ich habe mein altes Baby in die Wüste geschickt. Und es hat Spaß gemacht, denn die stolze Mutter hat sich selbst gefunden! Wovon rede ich hier eigentlich? Na, von meiner neuen Homepage. Ist doch klar!
Meine erste Homepage bekam ich vor zehn Jahren. Damals ein Weihnachtsgeschenk, beheimatet auf: nadines-musik.de. Ich war zu dieser Zeit in der elften Klasse, noch drei Jahre vom Abitur entfernt. Es schwebte schon etwas in der Luft, aber dass ich meine Brötchen ausschließlich mit der Kunst verdienen will, war damals noch nicht klar. Die Homepage veränderte sich im Laufe der Jahre mit mir zusammen. Sie wurde erwachsener, professioneller, lernte dazu und zog schließlich zu ihrer heutigen Adresse: www.nadine-zaremba.de Während meines Schauspielstudiums war die alte Homepage noch völlig ausreichend. Um die wichtigsten Informationen zu erhalten, auch noch in meiner beruflichen Anfangsphase. Mittlerweile habe ich als Schauspielerin aber ein Gesicht. Ein Rollenprofil. Und das Gesicht meiner Homepage passte plötzlich so gar nicht mehr zu dem, was ich als Künstlerin auf der Bühne darstelle und als Mensch lebe. Die Seite war schwarz, trist, düster, brav, langweilig. Nadine Zaremba ist aber farbenfroh. Und ganz bestimmt nicht brav und langweilig. Ich spiele hauptsächlich komische Rollen. Und ich liebe es. Zudem habe ich herausgefunden, dass die Liebe vom Publikum erwidert wird, wenn ich das tue. Trifft sich ja prima! Spätestens seit einer Imageanalyse bei dem Schauspielcoach Michél Keller war klar: In meinem Online-zu-Hause musste dringend renoviert werden. Ein Teil von mir ist aber auch Perfektionisten und bricht nichts übers Knie. Es arbeitete also in meinem Kopf. Bevor ich Euch jetzt mit den ganzen 15 Monaten Trächtigkeit langweile, springe ich nun in die Phase, kurz vor der Niederkunft.
Vor einem Monat hatte ich endlich ein Layout. Farbenfroh, knallig, aber clean und strukturiert. So, wie ich es auch bin. Clou dieses eher schlichten Layouts sind die Fotos. Und da kam meine Freundin und Kollegin Jennifer Besseler ins Spiel. Jennifer ist eine junge Fotografin und Kommunikationsdesignerin, welche sich auf inszenierte Portraits spezialisiert hat. Sie arbeitet künstlerisch, sowie in den Bereichen Fashion, Beauty und Werbung und macht Standfotografie für Musiker. Ich lernte sie bereits 2004 kennen und wir haben seit dem immer mal wieder zusammen gearbeitet. Unter anderem habe ich für ihre Studienprojekte Modell gestanden, den Mut gehabt mich in ihre begabten Hände bei der Ausstellung „Natürlich“ zu begeben und diese auch als Sängerin auf der Vernissage eröffnet. Durch die regelmäßigen Arbeiten mit Jenny wusste ich: Sie versteht mich. Wir sprechen die gleiche Sprache. Die weiß, was ich will. Jennifer war auch sofort Feuer und Flamme für das Projekt. Und wenn sie mit der Arbeit beginnt, ist sie auch nicht mehr zu stoppen. Innerhalb weniger Tage hatte sie es möglich gemacht, dass wir einen ganzen Vormittag in dem Studio ihres ehemaligen Mentors – James Higginson – shooten durften. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an James für diese tolle Möglichkeit!
Am 08. Juni fand in der HomeBase Lounge am Potsdamer Platz zum ersten Mal der „Filmsalon“ statt. Oder doch die Veranstaltung „Film & Friends“? Warum ich das nicht so genau sagen kann? Nun ja, es war die erste Veranstaltung. Die Namensfindung ist noch im Gang. Und warum nicht erst mal die Atmosphäre schnuppern und dann eine Entscheidung treffen!? Die Organisatoren kann ich klar benennen. Es sind: Festiwelt - das Netzwerk der Berliner Filmfestivals -, der Autor Klaus Rathje und die Schauspielerin Lena Krimmel, sowie die HomeBase Lounge. Das Prinzip ist einfach, wie wirkungsvoll. Schauspieler, Autoren, Regisseure, Kabelträger und Kinogänger finden sich in lauschiger Atmosphäre zusammen um sich auszutauschen, Kontakte zu knüpfen, Ideen zu spinnen oder einfach nur einen netten Abend zu haben.
Nett war er, der Abend. Wieder „zu Hause“ in der HomeBase Lounge. Aller Anfang ist schwer, dennoch haben sich beim ersten Treffen schon rund 200 Filmschaffende und Begeisterte zusammen gefunden. Neue Gesichter, aber auch viele von denen, die sich in der neuen Location und im größeren Rahmen des „Berliner Filmforums“, nicht mehr ganz so wohl fühlen. Ich war zusammen mit meiner Agentin Katja Lorenz von der Colibriagentur für Schauspieler vor Ort. Diese hatte wie gewöhnlich ordentlich Wind gemacht und einige ihrer Vögelchen im Gepäck. Ulrike Haase, Isabella Lewandowski und der zukünftige Colibri Uwe Neumann, waren mit von der Partie. Wie immer bei solchen Gelegenheiten war es schön, die neusten Neuigkeiten auszutauschen, zu hören was der andere so macht, wo etwas in Gang ist, was sehenswert ist und einfach nur gemeinsam zu lachen und Spaß zu haben.
Als ich Mitglied auf der 4film geworden bin, begeisterten mich zunächst die umfangreichen Möglichkeiten, die diese Plattform bietet. Schon im Februar habe ich die Macher von 4film als motivierte Gruppe von Revoluzzern kennen gelernt und mittlerweile bin auch ich ein kleiner 4film Junkie geworden. Alles, was das Team von 4film sich vornimmt, setzten sie auch in die Tat um. So kam es vor zwei Wochen dazu, dass ich mit dem Produktionsteam von 4film eine neue Szene für mein Showreel gedreht habe.
Mit mir zusammen spielt Grit Erlebach. Eine junge Schauspielerin und quasi die „Mutter der 4film“. Den Weg, den Grit geht, finde ich sehr gut. Sie befindet sich noch im Schauspielstudium und hat jetzt schon mehr gemacht, als viele andere Schauspielerinnen, die schon eine Weile im Beruf sind.Weil sie Ideen hat und den Mut, einfach mal Sachen auszuprobieren. An dieser Stelle ein Lob an Grit und nochmal ein Dankeschön für die 4film! Weiter so! Gedreht haben wir in einer Berliner Wohnung. Die Idee zu der Szene kam von mir. Uns war wichtig, keine schon bestehende Szene nach zuspielen, sondern etwas Neues zu erschaffen. Meine Idee bei der Szene war, zwei völlig unterschiedliche Frauen zu zeigen und diese durch falsche Höflichkeit der einen (mir) schnell in eine problematische Situation zu bringen, die jedoch nie angesprochen wird. Für Kamera und Licht war Chris Sobisch verantwortlich, der einen super Job gemacht hat. Wie Chris auf 40qm mit Scheinwerfern, Folien und Kamera hantiert hat, verdient Respekt. Er hat sehr genau und akribisch gearbeitet, jede Einstellung und Lichtstimmung genau überdacht und jeden Winkel perfekt ausgeleuchtet. So sind, wie ich finde, einige sehr schöne Bilder entstanden.
Regie hat Marco Friedrich geführt und uns Schauspielerinnen dabei immer den Raum gelassen, Angebote zu machen und eigene, spontane Ideen mit einfließen zu lassen, ohne dabei die Kontrolle über das Ganze zu verlieren. Nach anderthalb Drehtagen waren alle Einstellungen im Kasten und nun ist nach zwei Wochen Schneidearbeit von Rachel Briget das Ergebnis jetzt zu bestaunen.
Und jetzt wird es für Euch interessant: Eine Demoszene für ein Showreel produzieren zu lassen ist meist sehr teuer. Ich hätte es mir unter normalen Umständen im Moment nicht leisten können, brauche aber dringend neues Material. Zum Glück gibt es diese wundervolle Plattform, mit der großartigen Einstellung, den Schauspielern nicht die Portemonnaies zu leeren, sondern ihnen neue, andere Möglichkeiten zu bieten, ihre Ideen zu realisieren. Auch ihr könnt Eure Demoband Szenen von dem 4film Team produzieren lassen! Was das Ganze kostet, liegt in Eurer Hand. Simpel auf den Punkt gebracht bedeutet das: Eine Hand wäscht die andere. Was habt ihr zu bieten? Was seid ihr bereit zu geben?
Auf meinen Fall gemünzt heißt das: Ich bin von Anfang an auf der 4film dabei. Ich schreibe Artikel, berichte über Veranstaltungen und Projekte, teile mein Wissen und Erfahrungen mit anderen Schauspielern. Ich mache Kollegen auf die Seite und das Produktionsteam aufmerksam und stelle Kontakte her. Bei weiteren Produktionen der 4film biete ich meine Hilfe hinter der Kamera an. Takeliste, Setrunner, Mädchen für Alles. So war diese Demoszene ein Geschenk der 4film, für welches ich mich an dieser Stelle nochmal herzlich bedanken möchte!
Heute hatte ich seit Langem mal wieder das Vergnügen, Synchron sprechen zu dürfen. Im letzten Jahr hatte ich schon bei VSI Synchron und Playground Sound damit begonnen und das Glück bei Playground, unter anderem einen durchgängigen Seriencharakter sprechen zu können. Kurz nachdem ich die 22 Folgen und ein paar andere Sachen zu Ende eingesprochen hatte, folgte für mich eine Tournee bedingte Synchron-Zwangspause.
Wieder zurück in Berlin habe ich Ende Februar neue Sprecherdemos aufgenommen und meine Tour durch die Berliner Synchronstudios gestartet. Am Mittwoch meldete sich dann die Interopa Film GmbH mit einer Menge/Masse Anfrage für die Serie Heroes. Das waren heute drei Stunden zusammen mit acht anderen, geübten Kollegen. Super, um ab zu „hören“ und wieder rein zu kommen. Hat Lust auf mehr gemacht! Regie hat Nadine Geist geführt, nicht bei Interopa direkt sondern in den SDI Studios. Sehr schönes Studio und nette Menschen. Gefreut hat mich auch, Denise Gorzelanny wieder getroffen zu haben. Mit ihr zusammen habe ich bis März 2009 „Nonnsens“ gespielt und bei meinem ersten Sprecherjob bei VSI war ich auch mit ihr zusammen bestellt. Schön, dass die „Mutter Oberin“ mir immer noch zur Seite steht! Denise Gorzelanny ist nicht nur eine tolle Schauspielerin und sympathische Kollegin, sondern auch eine viel beschäftigte Sprecherin, von der ich immer viel lernen kann. Jetzt hoffe ich, dass ich mich heute nicht blöd angestellt habe und weitere Jobs folgen. Sprechen macht mir nämlich großen Spaß. Tue ich ja sowieso den ganzen Tag.
Bevor ich mit dem Synchron angefangen habe, habe ich eine Rolle in einem Hörspiel gesprochen. „Ey das System weißt Du“ könnt Ihr Euch kostenlos heruterladen! Produziert wurde das Ganze 2008 von hier:Leben unter der Regie von Roman Rehor und Miriam Fehlker. Das großartige Stück hat Martin G. Berger geschrieben. Beansprucht graue Zellen und Lachmuskeln gleichermaßen. Meine zumindest.
Gestern fand auf 68 Berliner Bühnen die zweite „Lange Nacht der Opern und Theater“ statt. Ich war zum ersten Mal dabei und es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein. Das Prinzip: Man kauft eine Karte für maximal 15 € und hat damit von 19-01 Uhr Eintritt in alle Häuser. Es werden meist Ausschnitte gezeigt. Von Theater, Oper, Musical, Tanz bis zu Kabarett, Literatur und Avantgarde wird alles geboten. Zu schaffen wäre das gesamte Programm wahrscheinlich nur, wenn es einen „Monat der Opern und Theater“ gäbe.
Ich habe die ersten drei Stunden im UNI.T – dem Theater der UDK – verbracht. Die erste Stunde hat der 2. Jahrgang der Musicalabteilung gerockt. Dabei wurden Ausschnitte aus den Produktionen „Cool Age“ und „Songs for a new world“ gezeigt. Tolle Stimmen, interessante Typen, witzige Nummern. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und viel gelacht. Am 07. Mai ist in diesem Jahr die Premiere der gesamten Collage des zweiten Jahrgangs und ich denke, ich werde sie mir ansehen. Die Ausschnitte, die heute zum ersten Mal zu sehen waren, haben mich überzeugt und mir Lust aufs Ganze gemacht! Ich kann's nur empfehlen – geht hin!
Nach einer kurzen Pause gab es Klassik. Von der Abteilung Gesang und Musiktheater. Zwei Mozart Duette und je eins von Poulenc und Weber, gesungen von sieben Studentinnen. Da ich leider weder des Italienischen, noch des Französischen mächtig bin, war es meine erste Klassik Erfahrung ohne Untertitel - die ich bislang aus der Oper kannte. Aber ich kannte auch das Gefühl, dass mich meist nach kurzer Zeit den Text vergessen ließ. Ohne ein Wort zu verstehen war es wieder da mein „Oh Gott wie peinlich, wir sind doch hier nicht bei Pretty woman, aber es ist einfach zu schön“ Gefühl. Gleich die ersten beiden Studentinnen Julia Riemer und Carolin Löffler haben es mit „Deh, perdona...“ aus Titus von Morzart geschafft. Im Programm habe ich im Anschluss gelesen, dass Julia Riemer für eine erkrankte Kollegin eingesprungen ist. Also ziehe ich doppelt meinen Hut! Alle vier Duette waren auf ihre Art toll. Die humorigen Duette aus „Cosi fan tutte“ und „Freischütz“ waren ein schöner Kontrast zu Gänsehaut und Spannung bei „Titus“ und „Dialogues des Carmélites“.